EIN DOKTOR DES SPORTS

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19. Jan, 2018 Autor: Gregor Šket
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Matthias Mayr ist eine interessante Persönlichkeit. Er ist promovierter Sportwissenschaftler. Er ist ein Abenteurer und darüber hinaus ist er Skifahrer. Er befuhr die abgeschiedensten Berge in dieser Welt und er produzierte fantastische Skifilme.


Mit welchen drei Worten würdest du dich beschreiben?
Beschreibe dich niemals selbst!

Wie definierst du Skifahren?
Skifahren ist eine einzigartige Mischung aus Natur, Geschwindigkeit, Vielfaltigkeit, Kraft, Bewegung und Eleganz. Wenn es dir gelingt, all das beim Skifahren zu verbinden, erlebst du ein absolutes Glucksgefuhl.

Hattest du Vorbilder während deiner Kindheit?
Wahrend meiner Kindheit hatte ich verschiedene Vorbilder, es begann mit MacGyver und Michael Knight – und Ronaldo (der Brasilianer), der das Fusballschauen attraktiv machte und einer der Grunde ist, warum Fusball eine der besten Sportarten fur die Zuschauer ist. Auch in der jetzigen Zeit habe ich Vorbilder, da ich nie aufhore mich zu entwickeln – so zum Beispiel Roger Federer, womoglich einer der eindrucksvollsten und elegantesten Athleten aller Zeiten.

Wie gehst du mit Angst und Gefahr um? Würdest du den Satz „wer sich nicht der Gefahr aussetzt, wird nie Großartiges erreichen“ unterstreichen?
Die Angst ist wichtig, um am Leben zu bleiben. Sie ist die subjektive Maseinheit fur Gefahr. Wenn man Angst hat, sollte man sie nicht ignorieren. Die Gefahr an sich ist vielmehr vom Standpunkt des Betrachters abhangig. Wir werden oft gefragt, ob es denn nicht sehr gefahrlich sei, die entlegensten Berge zu befahren. Die Antwort ist naturlich Ja. Es steckt viel harte Arbeit, Training und eine detaillierte Planung dahinter, um die Risiken zu minimieren. Im Endeffekt habe ich mich bisher nur einmal verletzt und das war auf der Piste (Ha!) und bisher nie bei Missionen in den hohen Bergen.

Wie würdest du deinen perfekten Skitag beschreiben?
50 Zentimeter frischer Pulverschnee, zusammen mit meinen Freunden und meiner Freundin, Skifahren in den Waldern von Osterreich den ganzen Tag lang! Anschliesend ein Bier auf einer Hutte mit derselben Crew, die Nacht vorm TV mit meinem Madel und meinen Katzen.

Welches ist deine schönste und welche ist deine schlimmste Erinnerung?
Ich habe viele schone Erinnerungen, insofern ist es schwierig eine zu benennen. Mein schlimmster Tag war, als ich mir mein Knie auf der Piste verletzte. Wir fuhren die beruhmte Pallavicinirinne, eine 55 Grad steile Eiskletterroute am hochsten Berg Osterreichs, der Grosglockner. Es ist eine der gefahrlichsten Abfahrten, oder vielleicht sogar aufgrund der Steinschlage die gefahrlichste Abfahrt in Osterreich. Plotzlich trafen mich zwei Felsbrocken und danach war mein Arm doppelt so dick – wie der von Popeye. :) Mein rechter Arm musste mit 5 Stichen genaht werden. Es war einer der schrecklichsten Momente, denn auf den Steinschlag hast du keinen Einfluss, er donnert auf dich herab und kann todlich sein.

Was würdest du tun, wenn du kein Skifahrer wärst?
Ich ware jedenfalls immer noch der Matthias. Vielleicht wurde ich mehr Fusball und Beach Volleyball spielen, oder mit hundertprozentiger Leidenschaft an etwas Anderem arbeiten. Bevor ich professioneller Skifahrer wurde, arbeitete ich als Sportwissenschaftler, aber das erfullte mein Leben nicht. Hoffentlich hatte ich eine Arbeit, die mich genauso erfullt wie das Skifahren, oder ich geniese das Leben mit meiner Familie als Landwirt in den Waldern, das konnte ich mir durchaus vorstellen.

Wer ist für dich der beste Skifahrer aller Zeiten?
Ich denke, man kann unmoglich nur einen einzigen benennen. Es gibt so viele grosartige Skifahrer: Candide Thovex, Hermann Maier, Ingemar Stenmark.

Du fährst Ski in den abgelegensten Gebieten der Welt. Wie entdeckst du diese?
Meist durch Zufall beim Betrachten mit Google Earth oder beim Uberfliegen von Bergregionen mit einem Flugzeug. Als wir uns zum Beispiel auf dem Heimflug von Kamchatka befanden, entdeckten wir das Tscherskigebirge in Sibirien, die nachste Mission hies „The White Maze“ und kann auf www.thewhitemaze.com angesehen werden. Im Moment arbeiten wir an dem Film „In The Tracks of The First“, der im Kino und im Fernsehen gezeigt werden wird. Er handelt von den Erstbefahrern der steilen Nordhange in den Alpen. Wir befahren diese erneut und vergleichen es mit Fruher.

Was war dein interessantestes Abenteuer und was war dein angsteinflößendstes Erlebnis?
Das mit Abstand herausragendste Abenteuer war der 3-wochige Aufenthalt auf der Insel „Onekotan“. Nichts hat meinen Charakter so gepragt wie dieses Erlebnis. Man lernt die Grenzen des eigenen Korpers und der eigenen Vorstellungskraft auszuloten und stellt fest, dass diese wesentlich hoher liegen als man glaubt. Ich wurde sagen, man wurde, wenn man keine Wahl hatte, niemals aufgeben; denn die zweite Moglichkeit ware der Absturz und der Tod. Man lernt die Probleme mit einer positiven Herangehensweise zu losen. Verschwende niemals deine Energie in negatives Denken. Mein angsteinflosendstes Erlebnis war, als ich von einer riesigen Lawine in Osterreich am Dachstein begraben wurde. Zum Gluck wurde ich nicht verletzt.

Welche anderen Sportarten betreibst du?
Ich mag gerne Bergwandern, Laufen, Fitness, Fusball, Beach Volleyball und Radfahren.

Wenn der Winter zu Ende geht, startest du den Countdown zur nächsten Saison oder sehnst du dich nach dem Sommer?
Der Winter dauert fur mich fur gewohnlich sehr lange, langer als fur die meisten in Europa. Im Jahr 2016 kam ich erst Mitte Mai aus Sibirien zuruck und in dieser Saison arbeite ich an einem Projekt, das womoglich bis Juli dauern wird. Ansonsten beginne ich nach der Saison sofort mit dem Schneiden von Filmen, der Planung von neuen Touren und Filmen. Aber ja, ich geniese den Sommer sehr, zahle jedoch nicht die Tage bis zum nachsten Winter, doch ich hoffe, dass er gut wird.

Welche Aktivitäten betreibst du im Sommer?
Fusball, Beach Volleyball.

Deine liebsten Orte im Sommer und Winter?
Osterreich und Osterreich.

Wo war dein letzter Urlaub?
In Griechenland auf Skiathos.

Wo würdest du für ein Wochenende, eine Woche und einen Monat hinfahren, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
Ich wurde erstmal zu leben versuchen, ohne dass Geld eine Rolle spielt. Wenn wir fur unsere Projekte recherchieren, ist es fur gewohnlich der finanzielle Aspekt, der oftmals den Augenschein erweckt, dass es unmoglich sein wird und jeder sagt dir: es ist unmoglich. Danach richte ich mich nicht und so konnte ich bereits viele Orte dieser Welt bereisen, die man eigentlich nur besuchen wurde, wenn es egal ist, was es kostet und als nachstes ist die Antarktis dran. Ich wurde zwei „rund um die Welt“-Tickets kaufen und meiner Freundin die Welt zeigen.

Wie beschreibst du deinen persönlichen Stil?
Sportlich, denke ich. Ich besitze nicht einmal einen Anzug.

Trägst du Schmuck oder einen Glücksbringer?
Nein.

Unterstützt du wohltätige Zwecke?
Ich unterstutze www.outdooragainstcancer.com und versuche Leute fur diese Organisation zu gewinnen. Im Freien zu sein und Sport zu betreiben ist eine grosartige, praventive Gesundheitsfursorge und hilft den Krebs zu heilen.

Was unternimmst du gegen den Kohlendioxidausstoß?
So oft ich kann, nutze ich das Fahrrad und ich kaufe nichts, was ich nicht brauche. Ich meine, ich bin ein sparsamer Konsument. Sicherlich ist das Fliegen in der gesamten Welt dem nicht gerade forderlich und ich sehe mich daher nicht als einen okologischen Helden. Trotzdem hoffe ich, indem ich Millionen von Leuten die Schonheit der Natur aufzeige, dass es viele dazu animiert, etwas „gruner“ zu leben.

Was ist dein Lieblings-Sportteam?
FC Barcelona.

Buch, Film, Konzert, Theater, Ausstellung?
Einige Bucher von Simon Beckett und die Biographie von Zlatan Ibrahimović.

Hast du Haustiere?
Zwei Katzen, Mogli und Coco.

Kochst du selbst?
Meistens, ja.

Welches Gericht kochst du am besten?
Marillenknodel.

Leitsatz des Lebens?
Arbeite hart fur das was du erreichen mochtest.

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