VOM BERG INS TAL

Image:VOM BERG INS TAL
20. Mär, 2018 Autor: Rok Rozman
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Wir suchten die Berge auf, um auf Flüsse zu treffen. Das mag sich etwas kurios anhören, aber in den Bergen entspringen die Flüsse und beginnen ihren Lauf. Die Berge halten die Wolken auf ihrer Reise vom Meer zum Festland auf und pressen ihnen förmlich die Feuchtigkeit heraus. Die Berge fungieren als Autobahnen für Schmelzwasser, das sich auf dem Weg ins Meer begibt, damit alles wieder von vorne beginnen kann. Abtauchend in diese Welt, in der das Gefälle lediglich durch die Erdanziehung bestimmt wird, erfährt jeder offenherzige Gast die Freiheit und den Frieden, wenn er sich in diese verzaubernde Bergwelt wagt.

Befindet man sich auf dem Dach einer Region, erkennt man, wie klein wir wirklich sind. Der Wind und die Stille, das weitreichende Panorama, welches sich vom Aussichtspunkt eines Berggipfels anbietet. Es sind die kleinen Dinge, die man erkennt, wenn man entschleunigt und auf Ski himmelwärts steigt. Öffnet man die Augen während des unter Anstrengung erfolgenden Aufstiegs, ergibt sich die perfekte Stimmung, um über die größeren Zusammenhänge nachzudenken. Es geht nicht immer nur um die Schneeverhältnisse und die Höhe des Gipfels; es geht vielmehr um die Stimmung, die Gesellschaft und die Freude in den Bergen.

 

DINARISCHEN ALPEN

Die Dinarischen Alpen in Europa erstrecken sich in parallelen Linien von Griechenland nach Slowenien – über Albanien, Montenegro, Bosnien und Kroatien. Es ist eine ganz spezielle Bergkette und im Schatten der berühmten „echten“ Alpen gerät sie gerne in Vergessenheit. Der tiefreichende Kalkstein, der diese Bergkette formiert, wurde durch das Wasser langsam ausgewaschen und es bildeten sich scharfe Klippen, steile Schluchten und tiefe Canyons. Von den schneeverdeckten Gipfeln bis zu den Canyons mit tosendem Wildwasser, die Dinarischen Alpen sind immer noch naturbelassen und größtenteils unerschlossen. In einigen Teilen sind die schneebedeckten Berghänge eher sanft und allmählich abfallend, in anderen höchst steil und rau, aber die ganze Region vermittelt ein tiefes Gefühl von Verschwiegenheit. Es war entlang dieser Höhenzüge, wo die europäische Bevölkerung empordrang und mit jedem überquerten Gebirgskamm ging der menschlichen Geschichte der bescheidene Lauf der sauberen Natur voran. Es gibt hier keine berühmten Gipfel, die auf Postkarten gedruckt wurden, keine total vollgestopften Pässe, oder eminente Skigebiete, keine offensichtlichen, heroischen Punkte. Der wilde und ungezähmte Lebenshauch der Berge ist dennoch präsent, welchen man vergleichsweise in den höchst erschlossenen Alpen schwerlich finden wird. Diese Höhenzüge haben eine Seele. Und die Seele spurt man bei jeder Interaktion mit den Einheimischen dieser Bergwelt. Es sind die Einheimischen, die Leute und die Natur, die diese Seele der Berge in sich tragen und sie teilen sie bereitwillig mit den wissbegierigen und staunenden Besuchern. Also verwerfe deine Pläne und überlasse sie dem Wind – lasse dich von deinen Gefühlen leiten. Das ist die Herangehensweise, die dich den außerordentlichen Erlebnissen in den Bergländern dieser Welt näherbringt – ganz besonders hier im Balkan.

 

BALKAN RIVERS TOUR

Für uns war das eine monatelange Tour auf der Balkan Halbinsel, um die letzten unberührten Flüsse des alten Kontinents zu erhalten. Die „Balkan Rivers Tour“ entstand aus der einfachen und aufrichtigen Idee heraus, den Leuten die Schönheit der naturbelassenen Flüsse näher zu bringen, deren ökologische Reichhaltigkeit und das Potential für den Tourismus vor Augen zu halten und ihre Stimme dafür zu gewinnen, das Wildwasser in seiner natürlichen Art zu erhalten. Mit unserem Wunsch, uns ein umfassenderes Bild zu verschaffen, begaben wir uns im zweiten Jahr der „Balkan Rivers Tour“ auf die Suche nach versteckten Tälern, in denen man Skitourengehen, Fliegenfischen und Kajakfahrten an einem Tag bewältigen konnte. Zu unserer Überraschung mussten wir feststellen, dass im Balkan viele versteckte Orte, sowohl hoch oben in den Bergen als auch unten in den Tälern, zu finden waren – mehrere als wir erwartet hatten.

Indem wir unsere Initiative zum Erhalt der Flüsse mit dem Skifahren kombinierten, lernten wir den wahren Ursprung der Flüsse kennen, die wir bisher nur mit dem Paddel aufsuchten; und uns zeigte sich das komplette Bild, wie das Ökosystem, die Jahreszeiten und sogar der Sport miteinander verbunden sind. Hauptsächlich geht es bei der Tour um Wasser und es ist das Wasser, was die Bergregion formte. Das Sedimentgestein kalkhaltigen Ursprungs, das den Charakter der Dinarischen Alpen prägt, wurde durch Meere und Seen, die diese Gegend einst überdeckten, geformt. Das Wasser war bei der Formgebung des Gebirges von so großer Bedeutung; die Entstehung von öden Klüften, Rissen und Furchen, die alle das Wasser in Flüsse leiten; dass man es sich kaum vorzustellen vermag.

 

PINDOS UND SMOLIKAS IN GRIECHENLAND

Wir gehen in Igoumenitsa, Griechenland von Bord der Fähre und nehmen eine Straße in Richtung Nordwesten, die uns mit zauberhaften Blicken der immer noch schneebedeckten Berge versorgt. Wir brauchen nicht lange, um eine Straße hinauf zum Schnee zu finden, bis uns vor lauter Staunen die Kinnlade herunterfällt, als sich uns die unendlichen Möglichkeiten, die Hänge mit Ski zu befahren, darbieten. Trotzdem, dass wir Mitten im April im Süden sind, finden wir in Griechenland fantastische Schneeverhältnisse vor, zusammen mit saftigem Grün und blühenden Tälern unter uns. Das Pindosgebirge erlaubt im späten Frühling Skitouren der besonderen Art, Ausblicke auf Seen, die Düfte von blühenden Pflanzen, der Anblick von aufsteigenden Raubvögeln, neugierige Bergziegen, die uns von oberhalb, von einem spitzen Felsvorsprung aus beobachten. Es hat etwas ganz Besonderes, wenn man an einem warmen Frühlingstag mit den Ski ins Tal fährt und anschließend die Skischuhe gegen Flip-Flops – oder besser, Kajakschuhe tauscht.

Fasziniert von den Hängen in Griechenland folgen wir der Schneeschmelze zu einigen der malerischsten Flüssen in Europa: Arachtos, Voidomatis und Aoos Fluss. Als wir uns allmählich nordwärts begeben, wurde uns von Ortskundigen erzählt, dass wir in der Smolikas Gebirgsregion tief verschneite Hänge vorfinden würden, was sich als absoluter Geheimtipp erwies: Skifahren umgeben von tausend Jahre alten Pinien, durch die Witterung verdreht und knorrig, gewachsen auf dem Grat, posierend oberhalb des Flusses… Skitouren im T-Shirt weckt Frühlingsgefühle und nach den kalten Winterwinden ist das eine wahre Genugtuung.

Die Berge sind allerdings nicht nur für die Skifahrer da, jeder der die Fitness für den Aufstieg hat, wird auch irgendwie herunterkommen. Genüsslich im Sonnenschein mit Freunden kann auch die tiefere Perspektive auf einem Schlitten, Rodel oder „Rutschblatt“ ein wunderschönes Erlebnis sein. Der Aufenthalt in den Bergen kann sehr einsam sein, oder ein durch Humor geprägtes gesellschaftliches Ereignis. Das Abenteuer mit Freunden genießen zu dürfen, ist jedenfalls die schönste Belohnung. In der Ruhe liegt die Kraft…

 

VALBONATAL IN ALBANIEN

Begibt man sich in die wilde Bergwelt und Täler von Albanien, steht das im totalen Kontrast zu den mit Müll übersäten Straßenrändern und der zerfallenen Infrastruktur eines Landes, das sich gerade abmüht wieder auf die Beine zu kommen. Wir sahen aus erster Hand die Auswirkungen auf die Natur und die weitreichenden Folgen durch die Eingriffe des Menschen, auch in den höheren, scheinbar unberührten Gebieten. Glasscherben zwischen den Steinen auf dem Gipfel und längst verlassene, alte Baracken und Hütten erinnern uns an die Auswirkungen des menschlichen Eingriffs in das Ökosystem. Um den ganzen Tag auszunutzen, begannen wir im frühen Morgenlicht mit dem Fliegenfischen, gefolgt von einer Skitour im hochalpinen Gelände und beendeten letztendlich den Tag paddelnd in der „Valbona“, ein Fluss von Weltklasse. In den scharfkantigen Gipfeln des Valbona Nationalparks suchten wir die letzten Atemzüge des Winters und in harter Arbeit mit vielen Kehren fanden wir ein Tal mit großem Potential für Skitouren. Wir fanden auch ein von Habgier und Korruption gezeichnetes Projekt: den Beginn der Bauarbeiten eines Wasserkraftwerkes im Nationalpark, ungeachtet des lokalen Widerstandes, der Umweltschützer NGO, sowie des Tourismusverbandes. Wir alle haben die Verpflichtung und stehen in der Verantwortung, unsere Umwelt zu schützen. Durch die zusätzliche Einbringung mehrerer Sportarten, inklusive der kompletten Outdoor- Community, die sich für den Schutz von Natur und Flüssen einsetzt, hoffen wir, dass der nachhaltige Tourismus den Entscheidungsträgern zeigt, dass die Natur in ihrer unberührten und wilden Art viel mehr wert ist, als das Aufstauen und Umleiten von Wasser.

 

DURMITOR BERGMASSIV IN MONTENEGRO

Auf der Fahrt nach Norden durch den Kosovo nach Montenegro wurden wir inmitten der Nacht mit 30 Zentimeter Neuschnee begrüßt, während sich unser Transporter auf den Serpentinen des Bergpasses bergab schlängelte. So spät in der Saison – die meisten haben ihre Ski bereits eingelagert und warten auf die nächste Saison auf den frischen Pulverschnee und „Faceshots“. Wenn man jedoch ohne Erwartungen in die Berge fährt, nur mit den Freunden und Ski, können die Touren am Ende der Saison die schönsten sein. Soweit den Berg hinauf, wie es unser Allradantrieb zulässt. Glücklicherweise verhalfen uns örtliche Skifahrer zum Aufstieg auf einige Gipfel im wilden Montenegro.

Tiefschneespuren wurden gesichtet und die windverfrachteten Sektionen am Durmitor, sowie die Bergziegen und die ansässigen Vögel sorgen für eine sonderbare Stimmung. Das Gebiet hat zahlreiche Skiberge und unzählige Möglichkeiten für Skitouren, was uns dazu veranlasst im nächsten Jahr wiederzukommen und die Gegend besser auszukundschaften. Freundliche ortsansässige Leute, köstliches Essen, scheinbar endlose, verschneite Gebirgszüge und reichlich Rakia machen es uns schwer, den Ort zu verlassen, aber wir kommen wieder! Paddelnd im Morača, der vom Bergmassiv gespeiste Fluss, fuhren wir von der Quelle bis zum Meer und hatten die Gelegenheit sowohl physisch als auch emotional den Weg des Wassers nachzuempfinden – vom gefrorenen Fluss in den Bergen bis zum fließenden Gewässer ins Meer. Auf dem Weg zum Meer konnten wir sämtliche Zuflüsse beobachten und die dadurch erzeugte Energie fühlen. Energie, die für die Ökosysteme wichtig ist und die auch für Adventure-Sportarten, Freizeit und Tourismus genutzt werden kann; Energie, die Freude und Spaß bereichert und keine unhaltbare Wasserkraftanlage, die den natürlichen Fluss bedroht.

 

BALKAN LIEBE

Wir fanden den Schnee in den Bergen, folgten auf ihm talwärts und die kleinen Rinnsale wurden zu Flüssen, die letztendlich im Meer münden. Den Zusammenhang dieser Systematik zu erkennen, zu verstehen und zu fühlen, war ein spirituelles Erlebnis. Nach der vierwöchigen Reise auf dem Rücken des Balkans kamen wir alle zum gleichen Schluss: In dieser Region ist der Mensch mit der unberührten Natur im Einklang. Wir fühlten uns, obwohl wir in dieser Region nur zu Gast waren, in jedem Moment wie zu Hause. Die Gastfreundschaft der Region ist unvergleichlich und wenn man in Europa einen Ort benennen müsste, wo die Leute immer noch Hand in Hand mit der Natur leben, dann ist das hier.

Es ist die Aufgabe aller, dieses ursprüngliche Ökosystem am Leben zu erhalten. Wir sind diejenigen, die bei Entscheidungen mitwirken können; ob wir die unberührten Täler in Beton gießen, oder ob wir sie erhalten und durch nachhaltigen Tourismus der Welt zugänglich machen. Nicht immer gibt es eine Win-win- Situation, doch diese ist ganz sicher eine: reise in den Balkan, fahre Ski in den Dinarischen Alpen, verbringe deine Zeit in den Bergen und Restaurants, unterstütze die ortsansässigen Bewohner und erhalte die Natur. Trotz der vielen Länder, die sich diese Gebirgsregion teilen, wir sind alle zusammen eine gemeinsame Nation, die diesem Gebiet, das uns viel mehr als nur physische Zufriedenstellung bietet, Achtung schenkt und Respekt zollt. Obgleich die Schneeverhältnisse gegen Ende April auch etwas körniger sind, wenn man die Zusammenhänge erkannt hat, dann ist das nur ein ganz kleiner Teil des farbenfrohen Puzzles unseres wahrhaftig gelebten Lebens.

In dieser Region ist der Mensch mit der unberührten Natur im Einklang.

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16. Apr, 2018 | Glen Plake

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