No man's land

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01. Oct, 2018 Autor: Matthias Mayr
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Photo: Johannes Aitzetmüller

Jetzt

In den letzten 10 Minuten wurde der Wind konsequent stärker. Mein 10,5 m2 Kite war für diese Verhältnisse viel zu groß. Jedes Mal, wenn ich den Kite zu sehr in die Powerzone brachte, hob ich ab. Aber auf diese Art bin ich schnell und so machte ich weiter. Plötzlich öffnete sich mein Klettergurt, das Ziehen in die verschiedenen Richtungen des Kites musste ihn gelockert haben. Nun ist der Kite nur noch am Gurt meines Rucksacks fixiert. Da es ein Lawinenrucksack ist, ist die Verbindung immer noch genügend fest, aber um den Kite kontrollieren zu können, ist es zu locker. Also versuche ich das Klettergeschirr zu schließen während ich den Kite hoch oben auf 12 Uhr Position halte. Plötzlich bin ich hoch oben in den Lüften…

Vier Monate früher…

Seit nunmehr sechs Stunden bin ich im Wasser, in Tarifa, die südlichste Stadt des europäischen Festlands und einer der berühmtesten Kitesurf-Plätzen. Es ist Mitte Juli. 30 Grad Celsius Lufttemperatur, 18 Grad im Wasser des Atlantischen Ozeans. In der letzten Stunde schluckte ich mehr Salzwasser, als in meinem ganzen Leben. Aber ich liebe es, ich liebe das Meer und die Kräfte der Natur. Ich war an einen Kite gebunden, der mich durch das Wasser zieht, mein Board habe ich bereits hunderte Meter entfernt verloren. Niemand behauptet, dass das Kitesurfen bei diesen Verhältnissen einfach sei. „Levante“ der ablandige Wind, er ist berühmt für seine starken Böen. Momentan sind es 70 km/h. „Sie“ sagen, wenn man hier bei diesen Verhältnissen Kitesurfen kann, dann kann man es überall. Das einzige Problem dabei ist: Ich habe es niemals zuvor gemacht. Es ist der zweite Tag, an dem ich versuche, die Kontrolle über die Situation zu erlangen und ich versuchte es fortwährend bis die Sonne unterging.

Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Man kann sich vorbereiten und trainieren, aber zu guter Letzt kommt es darauf an, extreme Situationen bewältigen zu können. Dafür benötigt man mentale Stärke, die auf der Motivation etwas zu erreichen aufbaut. Unser Ziel ist es, auf dem Kontinent Antarktis zu wandern, Berge zu erklimmen und schnelle, steile Lines in den Bergen mit Ski zu befahren. Im Juli 2017 scheint es aufgrund der extremen Bedingungen in der Nähe des Südpols und der Abgeschiedenheit ein aussichtsloses Unterfangen zu sein. In den letzten zwei Jahren bewiesen wir uns, dass „unmöglich“ nur ein Wort ist. Skifahren auf der Insel Onekotan und die erste Abfahrt vom höchsten Gipfel im Nordosten von Sibirien, „Gora Pobeda“ gab uns sehr viel Selbstvertrauen, Erfahrung und Wissen. Nun möchten wir mit unserem Erlernten unsere bisher größte Mission absolvieren. Die in der Antarktis höchste Bergkette ist das Ellsworthgebirge. Gipfel mit 4900 Meter, Durchschnittstemperaturen bei -20 bis -50 Grad Celsius – im Sommer! Doch wofür ist das Kitesurfen in der Antarktis von Nutzen? Eine der größten Herausforderungen in der Antarktis ist es, die langen Distanzen zu überwinden. Natürlich gibt es dort keine Zivilisation, nur Eis, Schnee und Felsen… Da es einer der am windigsten Kontinente ist, bietet sich Kitesurfen zur Fortbewegung an. Es ist nichts Neues. Es wurde bereits bei der Durchquerung der Antarktis angewandt.

Juli 2017

Nach einer Woche in Tarifa konnte ich auf dem Wasser Kitesurfen, was schwieriger als im Schnee ist. Also sollte ich für unsere Mission bereit sein. Es gibt noch weitere Herausforderungen, die wir bewältigen müssen. Die größte für mich: die Kälte! Als ich als Kind Dokumentationen im TV anschaute, war ich am meisten über die abgefrorenen Finger und Zehen der Abenteurer schockiert. Ich sagte mir, dass ich niemals in die Antarktis gehen würde. Die Dinge ändern sich. Nach nun mehr als 10 Jahren arbeitend als professioneller Freeskier und nach der Durchführung von zwei extremen Expeditionen, fühle ich mich dem extremsten Flecken auf der Erde gewachsen. Ich fühle mich nicht nur bereit, sondern ich muss dahin, um herauszufinden, wie weit ich mit meinen Teammitgliedern gehen kann. Niemand begab sich bisher auf das Festland der Antarktis, um dort primär große Lines mit Ski zu befahren. Der geographische Südpol wurde von Menschen erstmalig vor 107 Jahren erreicht, von einem leichten und schnellen Team, dass sich das Wissen der Eskimos aneignete. In Sibirien bekamen wir Filz-Schuhe, die von den Nomaden bis zu Temperaturen von -68 Grad Celsius benutzt werden.

Sie sollen die Füße warmhalten, wenn wir in der Antarktis sind. Johannes, der Kameramann und Hauni, ein professioneller Skifahrer und Abenteurer, mit dem ich nun seit über 10 Jahren diese unvernünftigen Abenteuer unternehme – das ist alles. Ein Team so klein wie es für eine Expedition nur sein kann, um einen Kinofilm zu produzieren.

"Und dennoch, kann man hier auch Skifahren?”

November 2017

Hast du schon mal eine Iljuschin 76 gesehen? Du solltest, oder besser: flieg‘ mit! Wir sitzen nun in diesem speziellen Flugzeug, gebaut in Russland für Einsätze in der Arktis, optimiert für Landungen auf Schnee und Eis. Unterhalb des Cockpits ist eine Glaskuppel, in der ein Crewmitglied liegt und sich den Untergrund ansieht. Wenn man auf einem 20 Millionen Quadratkilometer großen, weißen Kontinent landet, (Ich rede von der Antarktis, nicht Russland.) benötigt man jemand, der einem sagt, wann man auf dem Boden aufsetzen kann. Im Inneren des Flugzeugs sitzen wir mit 4 Dutzend anderen Abenteurern, wovon alle zum Südpol oder die Antarktis durchqueren wollen. Einige möchten den Mount Vinson besteigen, einer der sieben Gipfel. Aber niemand zum Skifahren, doch das mussten wir niemandem erzählen. Es war auf den ersten Blick erkennbar, dass wir etwas anders waren. Alle trugen extra dicke Expeditionsschuhe, nur nicht wir drei. Wir sind in unseren Skischuhen. Verrückt? Ich weiß es noch nicht. Ich weiß nur, dass wir sie zwei Nummern größer tragen, um das Abfrieren der Zehen zu verhindern. Und wir haben unsere Filz-Schuhe dabei. Also sind wir sicher. Unter allen anderen sehen wir wie Kinder aus, es sind nicht nur die Skischuhe, sondern ebenso die Kleidung. Wir trugen alle unsere Peak Performance Skianzüge, natürlich habe ich meine Daunen Jacke und Hose dabei, aber keine speziellen Expeditionsanzüge. Wir wissen, dass unsere Ausrüstung für die Antarktis perfekt sein wird. Wir haben es nur noch nicht herausgefunden…

Fünf Stunden später

waren wir auf einem anderen Planeten. Es gab Eis, es fegte ein eiskalter Wind, die Leere und nachdem das Flugzeug weggeflogen war, eine absolute Stille. Wir arbeiteten 15 Monate, um das Wirklichkeit werden zu lassen. Nun sind wir da, unglaublich. Und trotzdem, kann man hier Skifahren?

Drei Tage später

verlassen wir das Basislager in dem sich alle Abenteurer einfanden, bevor sie zu ihren Expeditionen aufbrachen. Der Unterschied? Alle von ihnen flogen mit einem kleinen Flugzeug ins Innere der Antarktis, um an den Ort zu gelangen, von wo aus sie ihre Mission starten wollen. Wir nicht, wir gehen. Wir gehen und jeder von uns zieht zwei Schlitten. Jeder von uns zieht 100 Kilogramm an Ausrüstung, Essen und Gas. Wir brechen direkt in die Richtung der Berge auf. Wir können sie sehen, sie erscheinen sehr nah. Aber wenn man einen 100 kg schweren Schlitten zieht, ist nichts nah. Und in der trockenen, frischen Luft, ohne irgendwelche Anhaltspunkte wie Bäume und Häuser, sieht alles aus, also ob es ganz nah wäre…

Neun Tage später

Die vergangene Woche war sehr anstrengend. Während des Gehens sind die Temperaturen erträglich, doch sobald man eine Pause einlegt, erfriert man fast. Ach ja, warum haben wir unsere Kites noch nicht benutzt? Tja, es gab keinen Wind, ungewöhnlich für die Antarktis, aber nicht unmöglich. Wir stellten fest, dass hier in den Bergen der Antarktis sich vieles anders verhält. Und das Wetter ist absolut unberechenbar.

„Unmöglich“ ist nur ein Wort

Jetzt

Verdammt! Der Kiteschirm wurde von einer heftigen Windböe erfasst! Ich fliege und versuche meine Schulter zu schützen, die ich mir vor sechs Monaten ausgekugelt hatte. Dann, Autsch! Ich komme auf dem Boden auf, ein Bruchteil einer Sekunde später sehe ich die Schlitten, die an mir wie ein Zug vorbeifahren. Der Kite ist immer noch in der Luft und zieht mich durch den Schnee. Zum Glück gibt es keine Bäume, mit denen ich zusammenstoßen könnte. Aber ich muss die Situation so schnell wie möglich in den Griff bekommen…

Wenn du wissen möchtest, wie die Geschichte ausgeht, ob es uns gelang in der Antarktis die großen Berge mit Ski zu befahren, schau dir den Film an: No Man‘s Land (Niemandsland) – Expedition Antarktis, ab 2018 im Kino.

RIPSTICK 116

Der breiteste Freerider in unserer Kollektion ist der Ripstick 116. Der von unseren Profifahrern entwickelte und an seine Grenzen getestete Ripstick 116 ist ein Ski, der die steilsten und schneereichsten Hänge liebt und seinen Fahrer sicher ins Tal bringt.

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Gold, Silber, Bronze
07. Dec, 2018 | Martin Tekše

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Beim Skicross-Event bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang gab es insgesamt 6 Medaillen. Elans Skifahrer gewannen vier, einschließlich der beiden Goldenen.

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BIS SPÄTER, JAPAN!
03. Dec, 2018 | Bine Žalohar

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INS SCHWARZE
20. Nov, 2018 | Gregor Šket

INS SCHWARZE

Elan präsentiert die Black Edition. Die speziell limitierten Ski der Black Edition aus Delight, Amphibio und Ripstick verkörpern Eleganz, Einmaligkeit und Klasse – basierend auf überzeugenden Technologien und Designs – und vereinen Traditionen mit Innovationen und zukünftigen Trends.

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